| Die Arbeit auf der Straße
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Grupo Ruas e Praças
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| Schon frühmorgens treffen sich die Kinder und Jugendlichen
auf Plätzen, von denen sie nicht von der Polizei vertrieben werden.
Auch die Erzieher der Grupo Ruas e Praças
müssen früh da sein, denn wenn sie zu spät kommen, dann
kann es vorkommen, dass die Kinder schon wieder mit Drogen, hauptsächlich
Schusterleim, vollgepumpt sind. Fast immer kommen die Erzieher rechtzeitig,
und als erstes wollen sie wissen, wo und wie die Kinder die Nacht verbracht
haben.
Die Kinder und Jugendlichen kennen die Erzieher und freuen sich, wenn sie kommen. Manchmal sind neue Kinder dabei. Die Erzieher versuchen nun, diese kennenzulernen, damit ein fester Kontakt zustande kommt. Es gibt nun ein allgemeines Betreuungsprogramm. Es werden verschiedene Dinge gebastelt, zum Beispiel eigenes Spielzeug, um den Kindern ein bisschen Kindheit zu bieten. Wichtig beim Basteln ist auch die Förderung der Feinmotorik sowie die Wertschätzung von Material. Außerdem werden kulturelle Workshops geboten, im speziellen Capoeira, ein berührungsloser Kampftanz. Dieser lehrt die Kinder Gewaltlosigkeit und hilft, Aggressionen abzubauen. Außerdem werden Theaterstücke gedichtet und eingeübt. In diesen geht es meist um die soziale Situation der Armen und Kinder. Diese Theaterstücke werden auch auf öffentlichen Plätzen oder bei politischen Veranstaltungen aufgeführt. Außerdem helfen sie, die eigene Situation zu begreifen. Außerdem wird Fußball oder Murmeln gespielt. Diese allgemeine Betreuung soll den Kindern in erster Linie die Möglichkeit bieten, von ihrem oft gewaltgeprägten Alltag Abstand zu gewinnen und soll dafür sorgen, dass die Kinder und Jugendlichen zumindest tagsüber auf Drogen verzichten können. Aus dieser allgemeinen Betreuung erwächst dann die individuelle Hilfe. Die Erzieher lernen die Kinder besser kennen und erhalten aus Gesprächen wichtige Informationen über die Beweggründe der Kinder, nicht nach Hause zurückzukehren. Das Kind und die Erzieher suchen von Fall zu Fall nach Lösungen. Ein von der Solidaritätsjugend Karlsruhe gekaufter VW-Bus wird unter anderem dazu verwendet, in entlegene Stadtteile zu fahren, um Gespräche mit den Eltern zu führen. Würden die Eltern das Kind wieder aufnehmen? Hat das Kind Angst vor zu Hause? Kann man wieder ein gutes Eltern/Kind-Verhältnis herstellen? Dies sind Fragen, bei denen die Erzieher vermitteln. Wenn die Kinder und Jugendlichen nach Hause zurückkehren haben sie eine familiäre Umgebung und sind nicht so sehr drogengefährdet. Außerdem können die Erzieher oft Kontakt zu einem Stadtteilprojekt herstellen, das die Kinder und Jugendlichen teilweise betreut. Dies sind Möglichkeiten, die die Erzieher überprüfen. Findet man keinen Ausweg, so gibt es immer noch die Möglichkeit für kürzere oder längere Zeit auf das Sitio zu fahren, um vielleicht dort den Verzicht auf Drogen zu schaffen, um anschließend ein geregelteres Leben führen zu können. Neben diesen Hilfsmaßnahmen unterstützen die Erzieher die Kinder auch bei Arztbesuchen und bei der Beschaffung von Ausweispapieren, um eine gewisse Rechtssicherheit zu erreichen. |