| Das Workcamp
Diese Veranstaltung können wir leider nicht mehr anbieten, da sich die Rahmenbedingungen im Bereich der Förderung von Jugendbildenden Maßnahmen geändert haben. Jedes Jahr fahren ca. 10 Jugendliche aus Deutschland nach Recife. Bei diesem Workcamp mit anschließender Jugendbegegnung können sich deutsche Jugendliche ein Bild von der Situation in Brasilien machen. Vor der Reise nach Brasilien gibt es zwei Vorbereitungstreffen, bei denen sich die Teilnehmer kennenlernen können, bei denen man sich überlegt, wie man den Brasilianern Deutschland näher bringen kann, und bei denen natürlich eine intensive Vorbereitung auf Brasilien stattfindet. Diese geht von geschichtlichen Hintergründen über die politische Situation bis zu Kultur und Sprache. Mitte August schließlich beginnt die Reise nach Brasilien. Wir fliegen zunächst nach Recife, wo wir das erste Wochenende verbringen, um uns einzugewöhnen und um unsere brasilianischen Partner, die im Folgenden als Freunde bezeichnet werden, kennenzulernen. Wir wohnen in Olinda, einer relativ sicheren Vorstadt von Recife. Olinda ist eine wunderschöne Stadt, die nicht umsonst von der UNESCO zum Weltkulturerbe gemacht wurde. Nach dem Wochenende begeben wir uns auf das Sitio "Capim de Cheiro", wo wir eine Woche verbringen. In dieser Woche wohnen, spielen und arbeiten wir mit den Straßenkindern. Für uns ist es wichtig, daß Solidarität nicht nur durch Geldspenden, sondern auch durch Freundschaft, gegenseitige Anteilnahme und den Einsatz der eigenen Arbeitskraft zum Ausdruck kommt. Außerdem ist es ein schönes Gefühl, wenn man weiß, dass man durch seine Arbeit etwas geschaffen hat, was den Straßenkindern dauerhaft zu Gute kommt. So wurde beim ersten Workcamp das erste Haus erbaut. Die Teilnehmer mussten damals noch im Zelt schlafen. Bei den folgenden Veranstaltungen wurden weitere Häuser gebaut sowie eine Regenwasserzysterne angelegt. Außerdem helfen die Teilnehmer jedes Jahr bei der Maniokernte. Wir haben ständig Kontakt zu den Kindern und Erziehern, zum Beispiel beim Arbeiten, Kochen, bei kulturellen und anderen Workshops und natürlich bei Fußballländerspielen. Dieser Kontakt ist eine sehr wichtige Erfahrung, da man ein Gefühl für die Probleme der Kinder bekommt und genau weiß, daß ihnen so gut als möglich geholfen wird. Nach einer Woche Sitio kehren wir wieder in die Stadt zurück. Nun lernen wir die Gründe für die Situation der Kinder kennen. Erschreckend ist dann zum Beispiel, wenn man Kinder im Schutz des Sitio kennengelernt hat, und man sie dann im harten Alltag wiedertrifft. Man erkennt die Macht der Großstadteinflüsse. Wir besuchen in den folgenden Tagen verschiedene befreundete Gruppen, die verschiedene Ziele haben. Es gibt Projekte, die sich auf Stadtteilebene um Prävention kümmern, ein ehemaliger Erzieher betreibt Lebenshilfe für ältere Jugendliche, die Schule der jungen Arbeiter ermöglicht eine Berufsausbildung usw. Auffällig dabei ist, mit wieviel Engagement sich die Erzieherinnen und Erzieher mit den Jugendlichen beschäftigen, häufig sogar ohne Bezahlung. Zwei Strandausflüge am Wochenende bieten die notwendige Gelegenheit, sich zu entspannen und das Erlebte zu verarbeiten. Und bald sind die 3 Wochen vorbei. Am letzten Tag gibt es noch eine große Abschlussdiskussion, bei der jeder über seine Eindrücke und Erlebnisse berichtet, und bei der man noch die letzten Erklärungen zur sozialen Situation bekommen kann. Am Abend gibt es noch ein Abschlussfest, bei dem alle brasilianischen Freunde noch einmal zusammenkommen. Dann ist eine Reise zu Ende, die wohl jeden Teilnehmer für immer geprägt hat. Für mehr Infos empfiehlt sich der Reisebericht des Workcamps 1997 ,der Reisebericht des Workcamps 1998 sowie der Reisebericht des Workcamps 1999 ![]() |